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Au revoir les enfants

 

Babsi

Der Französisch-
Leistungskurs

Es ist hart, aber warr, fünf Wochenstunden französischer Esprit und Savoir vivre gehen langsam, aber unaufhaltsam, dem Ende zu. Aber keine Sorge, wir sind in dieser Zeit von Frau Warr auf das Leben bestens vorbereitet worden, wurde doch mit viel persönlichem Engagement und Liebe unser intellektueller literarischer Grundstock gelegt.

Zunächst begannen wir noch scheinbar trivial mit der Teilnahme an der Tour de France auf den Spuren unseres allseits beliebten Helden Asterix, bei dem wir nicht nur die französischen Delikatessen, sondern auch die tiefen kulturellen Wurzeln dieses eigenartigen Völkchens kennen und lieben lernten.

Dann wurde es mit Camus' "L'étranger" tief philosophisch. Seine Theorie des revoltierenden Menschen wurde nach einiger Zeit vom Kurs aktiv in die Praxi umgesetzt (nur Ulrike verband weiterhin eine tiefe Freundschaft mit Sisyphos!). Doch die Krönung unseres geistigen Höhenfluges stand uns erst noch bevor: ein kollektiver Besuch eines völlig absurden Ionesco-Stücks.

Abgeschreckt von den Auswüchsen der literarischen Neuzeit widmeten wir uns nun intensiv dem Komödianten Molière, der uns mit seinem "Malade imaginaire" alle nötigen Details der Medizin des 17. Jahrhunderts lieferte. Dieser äußerst interessante Teilaspekt des Werkes rückte nun unaufhaltsam in den Vordergrund. Von A wie Aderlaß bis Z wie Zähneziehen sind wir seitdem mit allen medizinischen Feinheiten der damaligen Zeit genau vertraut und können folglich als echte Spezialisten auf diesem Gebiet gelten (bei Detailfragen oder Materialmangel stehen die Kursteilnehmer gern zur Verfügung).

Doch die Medizin sollte nicht der einzige Gegenstand unserer theoretisch wie praktisch orientierten Beschäftigung bleiben: Damit uns der so gefürchtete Praxisschock nach dem Abitur erspart bleibt, befaßten wir uns eingehend mit dem Phänomen der menschlichen Liebe von stürmisch, leidenschaftlicher Natur bis hin zu deren tragisch-dramatischem Ende in all ihren zahlreichen Facetten.

Dank unseres auch auf diesem Terrain vervollständigten Vokabulars dürften uns auch in der francophonen Welt eine Liebeserklärung und deren Folgen keine Schwierigkeiten mehr bereiten Als literarisches Begleitmaterial wurde auf Grund der hervorragenden persönlichen Identifikationsmöglichkeiten die Novelle Carmen gewählt:

"[Elle] peut aisément représenter les aspirations de la femme contemporaine, sa volonté d'indépendance sexuelle et matérielle liée à un puissant désir de séduir." (Gerard Mannoni)

Frau Warrs Engagement und Begeisterung für die französische Sprache und Kultur fand jedoch auch außerhalb der Schule das geeignete Aktionsfeld, wobei der Leistungskurs natürlich nicht fehlen durfte. Zu erwähnen sind dabei neben den Kurs- und Tutandentreffen unsere Theater- und Kinobesuche, die uns am letzten Minidom zu unserem Café Spectacle inspirierten, das einen ganz erheblichen Unterhaltungswert besaß. Gerade solche Aktionen werden uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Und so bleibt uns nur noch zu sagen:
Merci pour tout!
Merci à tous!
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